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Schriften, die hier unkommentiert veröffentlicht werden, dienen der Dokumentation, damit Interessierte sich selbst ein Bild machen können. Den Anfang machen die folgenden Briefe, die Reihe wird in loser Reihenfolge und bei Gelegenheit fortgesetzt.
Anmerkung: Jeder der Notrufe, inkl. der schriftlichen Antworten, sowohl an die Filmförderung als auch an die Kulturbehörde Hamburg sind hier im Wortlaut wiedergegeben. In Briefen von allen Beteiligten sind immer wieder auch Telefonate erwähnt. Da naturgemäß keine Aufzeichnungen darüber vorliegen, also niemand exakt deren Verläufe wiedergeben kann, verzichten wir auch auf eine sinngemäße wiedergabe. Bei gegebener Gelegenheit hält sich Lutz Kayser bereit, zumindest seine Erinnerung und Wahrnehmung kundzutun.
- Brief an Kulturbehörde, 28.03.00
Antwort Kulturbehörde, 05.04.00- Brief an Filmförderung, 27.03.00
Antwort Filmförderung, 26.05.00
(Anhang: Kalkulation)- Brief an Kulturbehörde, 19.5.00
Antwort Kulturbehörde, 23.5.00- Brief an Kulturbehörde, 31.7.00
Antwort Kulturbehörde, 15.8.00- Brief an Kulturbehörde, 22.8.00
An:
Kulturbehörde der
Freien und Hansestadt Hamburg
Herrn Prof. Dencker
Hohe Bleichen 22
20354 HamburgHamburg, 28. März 2000
Notruf / "neue Räume - neue Chance" für die Super-8-Film-Zentrale per 1. Mai 2000
Sehr geehrter Herr Prof. Dencker,
seit unserem letzten Gespräch im November 1999 ist einige Zeit vergangen. Für mich waren diese Monate vor allem mit der Organisation und Koordination des "Global-Super-8-Day" ausgefüllt. Dieser erste weltweite Aktionstag pro Super-8 wurde von Bildstrich aus Zürich und von All NIZO e.V. initiiert und organisiert. Als Co-Initiator waren wir besonders froh, dass wir das Thalia Theater als Vorführstätte am 8.1.00 zum ersten Global-Super-8-Day gewinnen konnten. Im restlos ausverkauften großen Haus des Thalias gestaltete sich diese Veranstaltung zu unserer vollsten Zufriedenheit (siehe auch Rückblick: www.anrrp.org).
Durch den Erfolg des Aktionstages in über 40 Städten ist die Fortsetzung beschlossenen Sache. Als konsequenz dieses Tages, der fast ausschließlich im reichen Westeuropa und Nordamerika begangen wurde, ist das Groß-Projekt "Vision of World-Film-Care" entstanden. Eine Konzeption füge ich bei. Zu einem späteren Zeitpunkt komme ich gezielt darauf zurück.
Zunächst möchte ich Ihnen die derzeitige Situation verdeutlichen: es leisten durchschnittlich etwa 10 Aktive, zu unterschiedlichen Anteilen zusammen jährlich rund 6.000 Stunden rein ehrenamtlicher Arbeit. Die Grenzen der Belastbarkeit sind längst weit überschritten. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass All NIZO ohne Unterstützung nicht automatisch weitermachen kann, ist z.B. das Ausbleiben eines großen Open-Air-Screenings im Sommer 2000. Zeit und Geld fehlen an allen Enden, so dass wir leider sogar hoch interessante Angebote ausschlagen mußten.
Dass wir nicht am Bedarf der Leute und am Interesse des Publikum vorbei arbeiten, zeigen unsere hohen Besucherzahlen. Beim Screening im Millerntorstadion 1999, einer der größten Vorführungen von unabhängig produzierten Filmen überhaupt, fanden sich gut 3.000 Zuschauer ein. Organisa-torisch und finanziell war es ein höchst schwieriges Unterfangen.
In dem o.g. Telefonat, welches ja durchaus kontroverse Züge aufwies, kündigte ich Ihnen an, dass die Schaffung einer hauptamtlichen Stelle für All NIZO die Grundvorausetzung für die künftige Arbeit ist. Allein schon, um den Stand der bisherigen Aktivitäten von All NIZO e.V. aufrecht zu erhalten und sie möglichst noch auszubauen.
Hierfür habe ich Kontakt u.a. mit dem Arbeitsamt, der STEG, der Lawaetz-Stiftung, dem Bredow-Institut, der Patriotischen Gesellschaft sowie dem Landesverband Soziokultur aufgenommen. Letzterem gehören wir seit jüngster Zeit als Mitglied an.
Das vorläufige Ziel ist, mindestens eine ABM-Stelle für die Zeit von zwei Jahren zu schaffen, um sämtliche Aktivitäten zu organisieren und zu koordinieren. Aus einer Stelle heraus erscheint es uns wahrscheinlich, dass in zwei Jahren andere Möglichkeiten der Finanzierung geschaffen werden können. Das von mir vorgeschlagene Patronat der Kulturbehörde für diese Aufgabe konnten Sie sich nicht vorstellen, wenn ich mich recht erinnere. Dennoch bitte ich Sie, uns bei diesem Vorhaben zu unterstützen. Auch hierauf komme ich gezielt zurück.
Anbei übersende ich Ihnen den Kosten- und Finanzierungsplan für die Filmwerkstatt. Sie ist der Kern unserer Arbeit, um junge Leute zur ambitionierten Filmarbeit anzuregen und sie ihnen zu ermöglichen. Mit der STEG konnten wir eine, wenn auch befristete, tragbare Vereinbarung für den Raum in der Sternstraße 90 treffen. Dieser Umzug in den größen Raum bietet die Chance für einen Neuanfang. Ich bitte Sie, den beigefügten Antrag zu prüfen, unsere Arbeit zu unterstützen und den Ihnen zugedachten Anteil zu übernehmen.
Als langjähriger Aktiver frage ich mich schon, weshalb eine ganze Szene von ambitionierten, kreativen jungen Leuten bislang von Förderung fast ausgeschlossen blieb. Unsere Aktivitäten festigen die vielzitierte Medienvielfalt und pflegen den Nachwuchs. Für die Förderung von Maßnahmen sollten doch vor allem deren Nützlichkeit, Effizienz und auch deren Annahme vom Publikum ausschlaggebend sein. Fehlende Mittel wirken sich unweigerlich demotivierend aus.
Eine Zusammenarbeit mit Ihnen würden wir als ein Zeichen der Anerkennung unserer Arbeit werten. Betrachten Sie diesen Brief bitte als Notruf, denn All NIZO steht mit dem Rücken zur Wand.
Bei Fragen zögern Sie bitte nicht, mich unter Tel. xxxxxx anzurufen. Auch stehe ich Ihnen persönlich für Erläuterungen zur Verfügung.
Mit der Hoffnung auf eine ermutigende Antwort verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Lutz Kayser
Antwort:
Kulturbehörde Hamburg, 5. April 2000
Sehr geehrter Herr Kayser,
haben Sie vielen Dank für Ihre ausführlichen Informationen über die weiteren Aktivitäten des ANRRP e.V.
Leider kann die Kulturbehörde die Super-8-Filmwerkstatt nicht in der von Ihnen gewünschten Weise unterstützen und förden. Es ist zu begrüßen, dass die STEG Ihnen Hilfe angeboten hat und weiterhin gilt, dass Sie Anträge hinsichtlich von Projektförderungen bei der FilmFörderung Hamburg GmbH stellen können. Die Kulturbehörde kann aber zu meinem Bedauern keine intitutionelle Frderung und (in diesem und im nächsten Jahr) auch keine Projektförderung in Aussicht stellen.
Es tut mir leid, wenn ich Ihnen keine günstigere Antwort geben kann.
Ich hoffe sehr, dass Sie sich trotz der Mittelknappheit nicht entmutigen lassen.
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Peter Dencker
An:
Filmförderung Hamburg
Frau Eva Hubert
Friedensallee 14-16
22765 HamburgHamburg, 27. März 2000
Notruf / "neue Räume- neue Chance" für die Super-8-Film-Zentrale per 1. Mai 2000
Sehr geehrte Frau Hubert,
seit dem letzten Kontakt (unser Antrag von Januar 1998) ist einige Zeit vergangen. Zahllose Versuche unsererseits, etwas über die Gründe für die Absagen der Anträge zu erfahren, schlugen fehl. Zu unserem Bedauern gab es keine Gesprächsbereitschaft seitens der Filmförderung. Trotz großen Bedarfs, haben wir daher seitdem keine weiteren Anträge mehr gestellt. Es ist für All NIZO nicht nachvollziehbar, weshalb unsere Anträge auf allgemein strukturverbessernde Maßnahmen - die vielen Menschen zu gute kommen - wie alle Drehbuch- oder Produktionsanträge von Einzelpersonen behandelt werden. Es besteht vom Wesen her ein Unterschied zwischen beiden.
Eine Gleichbehandlung mit anderen, allgemein strukturverbessernden Maßnahmen fänden wir gerechter. Nur erscheint unser Ansatz so innovativ, in seiner Art einmalig, weshalb Vergleiche und Zuordnungen schwer fallen. Für die Förderung von Maßnahmen sollten doch aber vor allem deren Nützlichkeit, Effizienz und auch deren Annahme vom Publikum ausschlaggebend sein. Die Unabhängigkeit Ihrer Vergabegremien in allen Ehren meinen wir, dass es auch politisch gewollte Entscheidungen geben muß.
Gerüchtehalber war zu vernehmen, All NIZO würde ja auch ohne finanzielle Unterstützung eigene Projekte realisieren. Es handelt sich dabei um Gerüchte, betone ich nochmals. Zu Ihrer Information: es leisten durchschnittlich etwa 10 Aktive jährlich, zu unterschiedlichen Anteilen zusammen rund 6.000 Stunden rein ehrenamtliche Arbeit. Die Grenzen der Belastbarkeit sind längst weit überschritten. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass All NIZO ohne Unterstützung nicht automatisch weitermachen kann, ist z.B. das Ausbleiben eines großen Open-Air-Screenings im Sommer 2000. Zeit und Geld fehlen an allen Enden, so dass wir sogar hoch interessante Angebote ausschlagen mußten.
Dass wir nicht am Bedarf der Leute und am Interesse des Publikum vorbei arbeiten, zeigen unsere hohen Besucherzahlen. Beim Screening im Millerntorstadion 1999, einer der größten Vorführungen von unabhängig produzierten Filmen überhaupt, fanden sich gut 3.000 Zuschauer ein. Organisatorisch und finanziell war es ein höchst schwieriges Unterfangen. Allein ein Gewitterguß, entsprechend weniger Zuschauer, hätten den Bankrott von All NIZO bedeutet. In der letzten Zeit initiierten und organisierten Kollegen aus Zürich und von All NIZO e.V. gemeinsam den ersten weltweiten Aktionstag pro Super-8. Als Co-Initiator waren wir besonders froh, dass wir das Thalia Theater als Vorführstätte am 8.1.00 zum ersten Global-Super-8-Day gewinnen konnten. Diese Veranstaltung gestaltete sich im restlos ausverkauften großen Haus des Thalia Theaters zu unserer vollsten Zufriedenheit (siehe auch Rückblick: www.anrrp.org). Finanziell war es wieder ein sehr großes Wagnis.
So waren allein am 8.1.00 rund 20 Leute den ganzen Tag mit Aufbau, Technik, Filmannahme etc. be-schäftigt. Für die Koordination und die Pressearbeit der Veranstaltung habe ich zwei ganze Monate in Vollzeit aufgewendet. Bis zu 50 Telefonate (täglich) führe ich an den letzten Tagen vor so einer Ver-anstaltung. Nur durch den Umstand, dass wieder einmal sämtliche Arbeit seitens All NIZO ehrenamtlich verrichtet wurde, konnte totz ausverkauften Hauses ein finzielles Dessaster vermieden werden.
Durch den Erfolg des Aktionstages in über 40 Städten ist die Fortsetzung beschlossenen Sache. Als Konsequenz dieses Tages, der fast ausschließlich im reichen Westeuropa und Nordamerika begangen wurde, ist das Groß-Projekt "Vision of World-Film-Care" entstanden. Eine Kopie der Konzeption füge ich Ihnen bei. Zu einem späteren Zeitpunkt komme ich gezielt darauf zurück.
Zur Zeit arbeite ich am Fortbestand und Ausbau der bisherigen Aktivitäten von All NIZO e.V. Die Schaffung einer hauptamtlichen Stelle ist die Grundvorausetzung zur künftigen Arbeit. Hierfür habe ich Kontakt u.a. mit dem Arbeitsamt, der STEG, der Lawaetz-Stiftung, dem Bredow-Institut, der Patriotischen Gesellschaft sowie dem Landesverband Soziokultur aufgenommen. Letzterem gehören wir seit jüngster Zeit als Mitglied an.
Das vorläufige Ziel ist, mindestens eine ABM-Stelle für die Zeit von zwei Jahren zu schaffen, um sämtliche Aktivitäten zu organisieren und zu koordinieren. Aus einer Stelle heraus erscheint es uns wahrscheinlich, dass in zwei Jahren andere Möglichkeiten der Finanzierung geschaffen werden können. Wir bitten Sie, uns bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Auch hierauf komme gezielt zurück.
Anbei übersende ich Ihnen den Kosten- und Finanzierungsplan für die Filmwerkstatt. Sie ist der Kern unserer Arbeit, um junge Leute zur ambitionierten Filmarbeit anzuregen und sie ihnen zu ermöglichen. Mit der STEG konnten wir eine, wenn auch befristete, tragbare Vereinbarung für den Raum in der Sternstraße 90 treffen. Ich bitte Sie, den beigefügten Antrag zu prüfen, unsere Arbeit zu unterstützen und den Ihnen zugedachten Anteil zu übernehmen.
Als langjähriger Aktiver frage ich mich schon, weshalb eine ganze Szene von ambitionierten, kreativen jungen Leuten bislang von Förderung fast ausgeschlossen blieb. Unsere Aktivitäten festigen die vielzitierte Medienvielfalt und pflegen den Nachwuchs. Fehlende Mittel wirken sich unweigerlich demotivierend aus. Auch würden wir eine Zusammenarbeit mit Ihnen als ein Zeichen der Anerkennung unserer Arbeit werten. Betrachten Sie diesen Brief bitte als Notruf, denn All NIZO steht mit dem Rücken zur Wand.
Bei Fragen zögern Sie bitte nicht, mich unter Tel. 41 49 83 75 anzurufen. Ich stehe auch Ihnen persönlich für Erläuterungen zur Verfügung. Mit der Hoffnung auf eine ermutigende Antwort verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen
Lutz Kayser
Antwort:
Filmförderung Hamburg, 26. Mai 2000
Lieber Herr Kayser,
wie telefonisch auf Ihr Schreiben vom 27.3.2000 schon erläutert, ist es der Filmförderung Hamburg nicht möglich, Ihren Antrag auf Gesamtunterstützung von All Nizo zu behandeln.
Ich lege Ihnen die Richtlienen zur Förderung bei und am 30. Mai können wir dann im Gespräch herausarbeiten, in welcher Form wir Projekte und Vorhaben seitens der Filmförderung unterstützen könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Marianne Bergmann
Anhang:
Kostenplan
Antrag "Super-8-Filmwerkstatt" vom 1. Mai - 31. Dezember 2000
Ziel: Mit dem Betreiben der offenen Super 8 Filmwerkstatt verschaffen wir allen Interessierten, insbesondere unterpriviligierten Zielgruppen, die Möglichkeit, auf Zelluloid zu Filmen. Kernstück ist die Nutzung von Geräten (Kameras, Klebepressen, Filmbetrachter, Projektoren etc.) inner- und außerhalb dieser Werkstatt. Wir wollen verbesserte Arbeitsmöglichkeiten schaffen, indem wir u.a. s/w Filme selbstentwickeln und Tonrandbespurungen vornehmen wollen. Außerdem ist diese Filmwerkstatt ein Treffpunkt und Austauschforum für S-8-Filmer und Interessierte. Schließlich wollen wir auch Fachreferenten zu verschiedenen aktuellen Themen des unabhängigen Films zu Vorträgen oder Workshops einladen.
1) Sachkostenpauschale 1.1 Allg. Ausstattung der S8 Filmwerkstatt, Stühle, Tisch für Renov. und Einrichtung der Werkstatt DM 4.000,-- 1.2.Abgeltung für ehrenamtlichen Aufwand bei der Einrichtung DM 2.000,-- 1.3.einmalige Anschaffung von Zubehör (z.B. Entwicklumgstanks) DM 1.500,-- 1.4.Verbrauchsmaterialien (Batterien, Chemie zur Entwicklung, Projektorbirnen) DM 1.200,-- 1.5.Miete und Betriebskosten v. 5/00 bis 12/00 je 250,-- DM DM 2.000,-- 1.6.Abgeltung der ehrenamtlichen qualifizierten Mitarbeiter für den Geräteverleih sowie die Beratung mit einer Entschädigung 15,--/h x 20 Std./Woche DM 8.800,-- 2) 2.1.Vorträge und Workshops Dozenten/Referenten Honorare/Aufwandsentschädigung ä DM 30,-- /Std. 24 Vorträge 4 Stunden bis 12/00 = 96 Std. x 30,-- DM 2.880-- 3) ÷ffentlichkeitsarbeit / Aufklärung Redaktion - einmalig - 80 Std. a 15,-- DM DM 1.200,-- Graphik - einmalig - 80 Std. a 15,-- DM DM 1.200,-- Druckkosten 10.000 Broschüren/Handzetteln DM 2.200,-- Druckkosten für Mitgliedsausweise, Merkblätter DM 1.000,-- ------------- DM 27.980,-- =========== Preise netto, exkl. gesetzlicher Mwst. Stand: 20. März 2000 ----------------------------------------- Finanzierungsplan Antrag "Super-8-Filmwerkstatt" vom 1. Mai - 31. Dezember 2000 a) Eigenmittel 1.) Einnahmen durch die Nutzungspauschalen für Geräteleih pro Woche 10 Geräte a 8,-- DM = 80 x 48 Wochen. DM 3.840,-- 2.) Einnahmen durch Teilnahmegebühren für Workshops / Vorträge 24 Einzel-Workshops mit max. 10 Teilnehmern a 15 DM je Workshop 24 x 10 x 15 DM 3.600,-- ------------ Zwischensumme Eigenmittel DM 7.440,-- ============ b) Fremdmittel 1.) Kulturbehörde Hamburg DM 10.270,-- 2.) Filmförderung Hamburg DM 10.270,-- ------------- Zwischensumme Fremdmittel DM 20.540,-- ============= Eigenmittel DM 7.440,-- Fremdmittel DM 20.540,-- ------------ Vollfinanzierung DM 27.980,-- =============Information:
Die Einnahmen durch Förder-Mitgliederbeiträge ( 350 Fördermitglieder im Durchschnitt a 20,-- DM p.a. = DM 7.000,--) bleiben unberücksichtigt, da zeitgleich ein Antrag für allgemeine Koordinierungsaufgaben vorbereitet wird, dessen Volumen das Projekt "Filmwerkstatt" um ein vielfaches übersteigt. Mehrfachansätze einer Quelle müssen natürlich unterbleiben.
Stand: 20. März 2000
An die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg
Abteilungsleiter Medien: Herrn Prof. Dencker
Hohe Bleichen 22, 20355 Hamburg
Hamburg, 19. Mai 2000Betr.: Empfehlungsschreiben für ein Medienprojekt im Stadtteil St. Pauli
Sehr geehrter Herr Prof. Dencker,
der gemeinützige Verein All Nizo e.V. setzt sich satzunggemäß für die Pflege der nicht kommerziellen, künstlerischen Super-8-Filmkultur ein. Über diese Aufgaben hinaus plant der Verein die Einrichtung der Koordinierungsstelle zur Vermittlung und Verbreitung von Medienkenntnissen im öffentlichen Raum als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme.
Geplant ist die Schaffung eines quartiersnahen, medienpädagogischen Angebotes an Jugendliche und Jungerwachsene aus St. Pauli. Den Gefahren von Langzeitarbeitslosigkeit, wie z.B. Isolation und psycho-soziale Verelendung, soll entgegengewirkt werden. Der sozialintegrative Ansatz der Koordinierungstelle umfaßt folgende Ziele:
- Zielgruppenorientiertes Arbeiten in Form einer offenen Medienwerkstatt mit Filmproduktionsangeboten an Jugendliche und Jungerwachsene.
- Die Koordinierungsstelle versteht sich als medienpädagogisches Zentrum zur Vermittlung von Basis-Schlüsselqualifikationen der Filmbranche an junge Menschen.
- In Zusammenarbeit mit der Arbeitsvermittlung des Arbeitsamtes soll die zielgenaue Vermittlung in Beschäftigung, Weiterbildung bzw. in ein Berufsparktikum im Tätigkeitsfeld Film und Neue Medien erfolgen.
Dieses Projekt eröffnet jungen Menschen aus sozial-problematischem Umfeld den Zugang und das Handling mit Medien der Filmarbeit. Auch wegen der finanziellen Ressourcenknappheit rückt das Filmformat Super 8 in den Mittelpunkt der praktischen Medienarbeit. Wir bitten Sie, diesem Projekt Ihre Empfehlung auszusprechen. Wir würden uns sehr freuen, Ihre Referenz-Erklärung dem Antrag beifügen zu können, den wir in Kürze beim Arbeitsamt Hamburg stellen wollen.
Mit vielem Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Patrick Hoyer (Vorstand)Absender: Kulturbehörde Hamburg,
23. Mai 2000
Sehr geehrter Herr Hoyer,
Sie haben uns mitgeteilt, dass Sie eine Koordinierungsstelle zur Vermittlung und Verbreitung von Medienkenntnissen im öffentlichen Raum (insbesondere für Jugendliche) als Arbeitsbeschaffungsmassnahme planen.
Die Kulturbehörde bestätigt Ihnen gerne, dass eine solche Massnahme prinzipiell hilfreich sein könnte. Inwieweit sie allerdings von Jugendlichen, die vor allem an elektronischen Medien Interesse haben und indiesem Bereich Kompetenzen erlangen sollten, im Bereich des Filmformats Super 8 erwünscht und angenommen wird, entzieht sich unserer Beurteilungsmöglichkeit.
Mit freundlichen Grüssen
Prof. Dr. Klaus Peter DenckerAn die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg
Frau Senatorin Dr. Christina Weiß
Hohe Bleichen 22, 20354 Hamburg
per Fax: 428 24 - 205 Total: 3 Seiten
Hamburg, 31. Juli 2000
Betr.: Ende der Aktivitäten von All Nizo e.V.
Sehr geehrte Frau Senatorin Dr. Weiß,
ohne Ihr Mitgefühl regen zu wollen wende ich mich an Sie, um Sie über den akuellen, dramatischen Stand der Entwicklung von All Nizo e.V. zu informieren.
Wie Sie aus den Ihnen 1999 zur Verfügung gestellten Dokumentationsunterlagen des Vereins ersehen konnten, waren die Geschicke des Vereins sehr eng mit meiner Person verbunden. Diesem Umstand wohnten einige Vorteile, aber auch einige Nachteile inne.
Unwiderrufliche Tatsache ist, dass ohne sofortige, nachhaltige Unterstützung von außen die Vereinsak-tivitäten gegen Null zurückgeschraubt werden. Die Folgen wären weitreichend: keine Beratung , keinen Gräteverleih, keine Workshops, keinen Treffpunkt, keine Impulse und auch keine Screenings oder andere Filmvorführungen mehr.
Ihnen teile ich dies mit, da die Kommunikation mit Ihrer Abteilung Kunst und Medien, insbesondere mit Herrn Prof. Dencker, sich in einer ausweglosen Sackgasse befindet. Dessen Antworten auf unsere letzten Briefe lassen jegliche Neutralität eines Beamten vermissen und zeugten durchweg von Geringschät-zung der Arbeit von All Nizo e.V. Entgegen seines Hinweises, sieht sich die Filmförderung außer Stande die Basisarbeit der Super-8-Filmwerkstatt zu unterstützen. Bewilligte Projektmittel der FFHH um Filme zu präsentieren helfen uns in unserer Lage nicht weiter und werden daher nicht in Anspruch genommen. Als Anlage füge ich Ihnen den Brief vom 28. März d.J. an Herr Prof. Dencker bei. Die Antwort haben Sie ja im Hause.
Nach fünfeinhalb Jahren kompromisslosem Einsatz für All Nizo e.V. bin ich persönlich am Ende. Ich würde mich freuen, Ihr Interesse am Fortbestehen der Aktivitäten von All Nizo e.V. zu regen um mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch Möglichkeiten dafür auszuloten.
Mit freundlichen GrüßenLutz Kayser (Fax per Computer, daher ohne Unterschrift)
cc: Filmförderung Hamburg (nur 1. Seite)
Absender: Kulturbehörde Hamburg, 15. August 2000
Sehr geehrter Herr Kayser,
haben Sie vielen Dank für Ihren Brief vom 31. Juli 2000, der an Frau Senatorin Dr. Weiss gerichtet war. Die Senatorin befindet sich zur Zeit in den USA und deshalb möchte ich Ihnen rasch antworten.
Zunächst einmal möchte ich Ihnen versichern, dass die Kulturbehörde grundsätzlich jede Kulturinitiative in der Stadt begrüsst, die sich gerade um jene Bereiche kümmert, die nicht zu den spektakulären uns immer beachteten gehören. Insofern bitte ich Sie, die aus Gründen der Haushaltslage vorgegebene Absage hinsichtlich einer institutionellen Förderung Ihres Vereins nicht als Desinteresse oder bösen Willen eines einzelnen Beamten zu werten, der im Übrigen selbst viel lieber mit einer Bewilligung Zustimmung als durch eine Ablehnung Verärgerungen ernten würde.
Es gibt eine Reihe von Initiativen, die ohne Förderung der Kulturbehörde aus eigener Kraft überleben müssen, und wir kennen auch solche, die es am Ende nicht mehr schaffen.Wir können in solchen Fällen nicht anderes tun, als zu raten, sich frühzeitig um zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten und Partnerschaften zu kümmern, um einem solchen Ende zu entgehen. Sollten dafür ideelle Hilfen der Kulturbehörde notwendig sein, werden diese gerne gegeben.
Außerdem haben wir immer noch die Möglichkeit, projektbezogen zu unterstützen, wie Ihnen das im Falle St. Petersburg angeboten wurde.
Mit der Bitte um Verständnis und freundlichen Grüssen
Dr. Volker Plagemann
SenatsdirektorAn die Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg
Herrn Senatsdirektor Dr. Volker Plagemann
Hohe Bleichen 22, 20354 Hamburg
Hamburg, 22. August 2000
Betr.: Ende der Aktivitäten von All Nizo e.V. / Wo bleibt der unabhängige Film in Hamburg?
Sehr geehrter Herr Senatsdirektor Dr. Plagemann,
vielen Dank für Ihr Schreiben vom 15. d.M. Wir freuen uns über Ihre Mitteilung, dass die KB jede Kulturinitiative in der Stadt begrüßt. Das ist interessant zu wissen.
In all Ihren Briefen lesen wir, dass Ihnen entweder nicht klar ist, welches Angebot All Nizo e.V. Ihnen bzw. den Menschen in Hamburg bietet, oder, dass Sie es einfach nicht wollen. Falls Sie es nicht wollen, können Sie es uns einfach sagen. Verklausolierte, zähneknirschende Hilfsangebote machen es nur kompliziert - für alle Beteiligten.
Zunächst einmal: nennen Sie uns bitte eine einzige Initiative oder Organisation, die ein halbwegs vergleichbares Leistungsspektrum bietet. Wo bitteschön, können von jedermann und -frau Filmtechnische Geräte wie Kameras, Schneidegeräte etc. zu vergleichbar niedrigen Preise ausgeliehen werden? Wo, können Filminteressierte unangemeldet erscheinen, um Fragen zu ihrer Filmproduktionen zu stellen? All Nizo e.V. bietet diese Beratungen und den Geräteverleih seit drei Jahren regelmäßig, Woche für Woche an. Wo frage ich Sie, können Interessierte Filmarbeit erlernen, außerhalb von Kunst- und Filmhochschulen? Randbemerkung: die Workshops werden immer wieder auch von Studenten dieser Hochschulen besucht. Und: ich betone Filmarbeit und nicht Video- oder DV-Arbeit. Sicher wissen Sie auch, wo diese unabhängigen FilmemacherInnen Ihre Werke einer echten Öffentlichkeit präsentieren können. Sagen Sie mir bitte: wo.
Zum Unterschied zwischen Film- und Videoarbeiten möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen und erlaube mir den Hinweis auf die Dokumentationsunterlagen von All Nizo, die Frau Senatorin Dr. Weiß im Mai 1999 und Herrn Prof. Dencker im März 200 zugegangen sind. Darin ist auch das Plädoyer Pro Super-8 enthalten.
Sicher können Sie mir erklären, wie es zu der Antwort von Prof. Dencker an Herrn Hoyer von All Nizo e.V. kam. Ob das Filmformat Super 8 bei jungen Menschen erwünscht und angenommen würde, wurde Herr Prof. Dencker nicht gefragt. Wenn es sich dann noch seiner Beurteilungsmöglichkeit entzieht, scheint Herr Prof. Dencker mit seinen Aufgaben überfordert zu sein. Oder werten Sie seinen Brief vom 23. Mai 00 als die ideelle Hilfe, von der Sie in Ihrem Brief sprechen? Zum Vergleich füge ich Ihnen einige andere Antworten auf den gleichen Brief von Herrn Hoyer. bei.
Darf ich an dieser Stelle hervorheben, dass wir schon am Telefon im November 1999 und schriftlich im März 2000 Herrn Prof. Dencker von der Absicht unterrichtet haben, eine ABM-Stelle einrichten zu wollen? Das war durchaus frühzeitig.
Verwundert es Sie, wenn Herr Staatsminister Dr. Naumann einen Antrag auf Co-Finanzierung zur ABM-Stelle ablehnt, wenn nicht einmal die Kulturbehörde Hamburgs mit einem freundlichen Empfehlungs-schreiben die Sache befürwortet? Uns überrascht es nicht. Im Übrigen kling dessen Ablehnung freundlicher als die Empfehlung von Prof. Dencker vom 23. Mai. Auch das Arbeitsamt Hamburg hält sich sehr zurück. Ohne einen freundlichen Brief von der KB zur ABM-Stelle ist es auch nicht wirklich überraschend.
Vielmehr als diese ABM-Stelle zu beantragen, die die KB nichtmal etwas gekostet hätte, können wir zum Thema Finanzierungsmöglichkeiten und Partnerschaften wohl kaum tun. Wir meinen, dass die Kulturbehörde sehr wohl mehr tun könnte, so sie wollte. Für die bisherigen Hilfen danken wir Ihnen, nur fallen sie gemessen am Gesamtaufwand aller All-Nizo-Aktivitäten kaum ins Gewicht.
Die Filmförderung Hamburg kann Kraft ihrer Richtlinien All Nizo nicht dort unterstützen, wo es nötig wäre. Könnten Sie Ihrer Senatorin Frau Dr. Weiß nicht vorschlagen, dass die Filmförderung tatsächlich die Filmkultur entwickeln, pflegen und stärken kann, wie es in den Richtlinien geschrieben steht? Die jetztige Situation, in der die Filmförderung helfen möchte, aber nicht kann, begreift keiner.
Sind denn nicht z.B. auch behördenübergreifende Hilfen denkbar? Wir haben zur Zeit einen 33 qm großen Raum in der Sternstr. 90 von der STEG gemietet. Dieser Raum ist zwar sehr eng, erfüllt unsere Ansprüche dennoch weitgehend. Die STEG kommt uns bei der Miete schon entgegen. Aber es reicht kaum für diese Miete, von der regulären Miete ab Januar 2001 ganz zu schweigen.
Ganz konkret Herr Dr. Plagemann: Könnte die Kulturbehörde im Sinne von All Nizo auf die STEB einwirken, so dass der Vertrag mit der STEG wenigstens zu den bisherigen Konditionen langfristig verlängert werden kann? Dies würden wir unter ideeller Hilfe der Kulturbehörde verstehen.
In einem persönlichen Gepräch könnte dies sicher besser erörtert werden. Wenn Sie unabhängiges Filmen fördern möchten, stehen wir - im Rahmen unserer Möglichkeiten - dafür bereit.
Mit freundlichen Grüßen
Lutz Kayser (Fax per Computer, daher ohne Unterschrift)
cc: Filmförderung Hamburg (nur Seiten 1-2)
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